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Zwischen Hitze und Heimat: Ultraläufer Gramm im O|N-Interview

Ultraläufer Sascha Gramm besucht den Hessentag und spricht über seine Motivation. | Fotos: Justin Klenner


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Ein letzter Lauf

Zwischen Hitze und Heimat: Ultraläufer Gramm im O|N-Interview

Sportfreunde des gepflegten Laufens konnten auf dem Hessentag den Fuldaer Ultraläufer Sascha Gramm hautnah erleben. Am WEMAG-Stand in der "Straße der Wirtschaft" sprach der Extremläufer mit Torgranate-Redakteur Johannes Götze über seine Motivation, gab Einblicke in seine Trainingsmethoden und verkündete seine überraschenden Zukunftspläne.

"Ultraläufer zu sein, ist nicht verrückt – es ist meine Leidenschaft", sagte Gramm. Der Extremsportler trotzt allen Wetterlagen. Egal ob Regen, Hagel oder Schnee, bislang konnte noch keine Witterung den Fuldaer in die Knie zwingen. Doch auch Gramm hat einmal klein angefangen und warnt alle künftigen Läufer, nicht sofort an das Limit zu gehen.

Gramm kommt mit seinen Fans ins Gespräch und verteilt fleißig Autogrammkarten.

Gramm kommt mit seinen Fans ins Gespräch und verteilt fleißig Autogram…



Durch die Army zum Laufen motiviert


Im Interview gab der gebürtige Sickelser einige Einblicke in seine Motivation, mit dem Laufen anzufangen, sowie in seine Trainingsroutinen und Wettkampfvorbereitungen. Das heutige Polizeipräsidium Osthessen wurde damals vom US-Militär als Standort genutzt. Während seiner Kindheit sah Gramm immer wieder amerikanische Soldaten patrouillieren. "Dabei haben sie immer "We are Army now" geschrien." So fand der Ultraläufer schließlich seine Motivation zum Laufen.



Egal ob Wüstensand oder Asphalt, hauptsache Heimat

Ein ganz besonderer Lauf war die Bonifatiusroute von Mainz nach Fulda. Beinahe 200 Kilometer Strecke legte der Fuldaer zurück, ehe er nach drei Tagen am Ziel ankam und den 63. Hessentag eröffnete. "Es war eine schöne Idee, passend zum Hessentag. Die Stadt Fulda hat mich dabei sofort unterstützt", freute sich Gramm über die Möglichkeit.

"Leute wollen zu schnell zu viel"

In seiner langjährigen Karriere wurde der Sportler häufig nach Tipps und Tricks gefragt – insbesondere von Neulingen. Dabei fiel ihm immer wieder auf: "Ich beobachte, dass die Leute immer zu schnell zu viel wollen. Sie wollen Unterstützung bei Lauftechniken, weil sie sich direkt für einen Marathon angemeldet haben." Gramm warnte, sich erst einmal kleinere Ziele zu stecken und sie mit genügend Erfahrung langsam zu steigern.

Einblicke in Trainingsmethoden

Um sich und seinen Körper auf die anstehenden Wettkämpfe vorzubereiten, hat der Sportler eigene Trainingsmethoden entwickelt. Hat er beispielsweise einen Etappenlauf vor der Brust, läuft Gramm täglich eine gewisse Kilometeranzahl und nicht mehr. "Es wird nichts gelaufen, was ich nicht trainiert habe", betonte der Läufer.

F | Fotos: Justin Klenner

F | Fotos: Justin Klenner



Allen Witterungen zu trotzen

Bislang konnte noch keine Witterung den Ultraläufer bezwingen. Egal ob Regen oder Schnee, Sturmböen oder extreme Hitze – Gramm setzte sich gegen alle Wetterbedingungen durch. "Ich liebe es, in der Hitze unterwegs zu sein. Ich hasse Kälte und Regen", schmunzelte er.



Laufschuhe gegen Hallenschuhe tauschen

Der Ultraläufer hat mittlerweile eine andere Passion für sich entdeckt. Ein Freund lud Gramm zu einem Training eines Damenhandball-Teams ein. Dem Sportler gefiel es so gut, dass er in der neuen Saison zum Trainerteam gehört. "Es gibt nichts Schöneres, als dem Nachwuchs die eigenen Erfahrungen weiterzugeben", so Gramm. Einen letzten Lauf möchte der Fuldaer aber noch machen. Dafür wird es ihn nach Südafrika ziehen. (Justin Klenner) +++