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"Zukunftsmacher mit Wurzeln": Waldbesitzer wichtig für Entwicklung Hessens

Bei der Generalversammlung des Hessischen Waldbesitzerverbandes wurde deshalb deutlich: Waldschutz und wirtschaftliche Tragfähigkeit gehören für die Branche untrennbar zusammen. | Alle Fotos: Martin Engel


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MP Rhein setzt auf Freiheit statt Bürokratie

"Zukunftsmacher mit Wurzeln": Waldbesitzer wichtig für Entwicklung Hessens

Der Wald steht unter Druck: Dürre, Brände und Schädlinge haben in den vergangenen Jahren deutliche Spuren hinterlassen. Bei der Generalversammlung des Hessischen Waldbesitzerverbandes wurde deshalb deutlich: Waldschutz und wirtschaftliche Tragfähigkeit gehören für die Branche untrennbar zusammen. Präsident Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont und Hessens Ministerpräsident Boris Rhein sind sich einig: Die Waldbesitzer spielen eine zentrale Rolle für die Zukunft des Landes.

Für Rhein ist es eine Selbstverständlichkeit, diese Generalversammlung während des aktuellen Hessentags in Fulda im Bonifatiushaus stattfinden zu lassen. "Die Wälder prägen ganz Hessen - als Heimat, Tourismusziel, aber auch als Wirtschaftslage", so der Ministerpräsident. Oft werde vergessen, dass die Waldbesitzer viel für die Gesellschaft leisten - genau diesem Denken wirkte die Versammlung parallel zum größten Landesfest entgegen.

Ministerpräsident Boris Rhein würdigte die Leistungen der Waldbesitzer ausdrücklich.

Ministerpräsident Boris Rhein würdigte die Leistungen der Waldbesitzer…

Präsident Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont betonte, dass nachhaltige Forstwirtschaft seit Generationen zum Selbstverständnis der Waldbesitzer gehört.

Präsident Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont betonte, dass nachha…

Nach der Rede von Ministerpräsident Rhein folgten zwei Fachvorträge. Prof. Dr. Eckhard Jedicke, Hochschule Geisenheim University, startete mit dem Thema "Forstwirtschaft zwischen Klimaschutz- und Naturschutzpolitik - aus Sicht des Natur- und Klimaschutzes". Nach ihm sprach Univ.-Prof. Hubert Hasenauer, BOKU University Wien, "aus Sicht der Forstwissenschaft und Forstpraxis". Dem folgte eine Podiums- und Plenumsdiskussion.

Präsident Carl Anton Fürst zu Waldeck und Pyrmont betonte, dass nachhaltige Forstwirtschaft seit Generationen zum Selbstverständnis der Waldbesitzer gehört: Klimaschutz, Biodiversität und stabile ländliche Räume seien fester Bestandteil ihrer täglichen Arbeit. "Kein Waldbesitzer hat ein Interesse daran, seinen eigenen Wald zu schwächen", sagte er und verwies auf den generationenübergreifenden Auftrag, den Wald zu erhalten. Gleichzeitig warnte er vor einer Überlastung der Betriebe durch immer neue staatliche Vorgaben. Der notwendige Waldumbau könne nur gelingen, wenn die Forstbetriebe wirtschaftlich stark bleiben: "Diese Ziele gelingen nicht durch staatliche Lenkung geschwächter Betriebe, sondern nur mit gesunden Forstbetrieben, starkem Eigentum und verlässlichen Rahmenbedingungen."

Lob für Hessen - und Forderung nach Lösungen

Deutliche Kritik richtete er dabei an die Bundespolitik wegen zunehmender Belastungen für die Forstwirtschaft. Die Folge seien "Überforderung, Demotivation und ein Vertrauensverlust". Vom Bund erwartet der Verband "Führung, ein klares Konzept, professionelles Arbeiten und geeinte Positionen". Gleichzeitig lobte Fürst aber die Zusammenarbeit mit der hessischen Landesregierung. Hessen zeige, "dass eine gleich gelagerte Koalition sehr wohl handlungsfähig, abgestimmt und verlässlich für den ländlichen Raum arbeiten kann".

Besonders deutlich wurde er beim Thema Verkehrssicherung entlang von Straßen und Bahnstrecken: "Die Zeit der Problembeschreibung ist bei diesem Thema endgültig abgelaufen; jetzt braucht es Entscheidungen und Ergebnisse." Für diese Forderung erhielt er tosenden Applaus.

Boris Rhein: "Freiheit denen, denen wir vertrauen"

Ministerpräsident Boris Rhein würdigte die Leistungen der Waldbesitzer ausdrücklich. "Aus unserer Sicht sind Sie diejenigen, die Wald besitzen und unsere Zukunft gestalten. Sie sind wahre Zukunftsmacher mit Wurzeln." Dabei präge der Wald Hessen als Heimat, Erholungsraum und Wirtschaftsfaktor. Deshalb stehe die Landesregierung an der Seite der Waldbesitzer. Gleichzeitig räumte er die Belastungen der vergangenen Jahre ein. Dürre, Brände und Schädlinge hätten den Wäldern und ihren Eigentümern viel zugemutet. Zudem seien die Kosten erheblich gestiegen.

Ein Schwerpunkt der Rede war die Entlastung der Waldbesitzer. Mit dem neuen Hessischen Waldgesetz wolle die Landesregierung eine "Modernisierung mit Augenmaß" erreichen. Ziel ist es, Bürokratie abzubauen und die Praxis zu stärken. Rhein machte das besonders deutlich: "Freiheit denen, denen wir vertrauen." So hob er im gleichen Zug hervor: "Bürokratie pflanzt keinen einzigen Baum." Stattdessen nehme sie den Waldbesitzern die Zeit, im Wald zu arbeiten. Das traf bei den Zuhörern auf enormen Zuspruch.

Auch beim Naturschutz kündigte der Ministerpräsident neue Wege an. Ein neues Landesnaturschutzgesetz solle Verfahren vereinfachen und Eigentumsrechte stärken. Seine Botschaft: "Naturschutzpolitik darf nicht gegen den ländlichen Raum gestaltet werden."

Millionenförderung und Waldumbau

Rhein betonte, dass der Waldumbau nur gemeinsam gelingen könne - mit Städten, Gemeinden und privaten Waldbesitzern. Allein in den vergangenen sechs Jahren seien Privat- und Kommunalwälder mit mehr als 100 Millionen Euro von Land, Bund und EU unterstützt worden. "Jeder Euro ist gut angelegt", versprach der Ministerpräsident. Für die Zukunft setzt Hessen auf vielfältige Mischwälder.

Landtagsabgeordneter Sebastian Müller (CDU) .

Landtagsabgeordneter Sebastian Müller (CDU) .

Rund 2,7 Millionen junge Bäume sollen in den Jahren 2025 und 2026 gepflanzt werden. Doch für Rhein ist klar: "Aus jungen Bäumen müssen Wälder werden." Sein Leitgedanke für die kommenden Jahre lautet: "Wir bewahren den Wald nicht, indem wir die Vergangenheit festhalten, sondern indem wir zukunftsorientiert handeln."

Zum Abschluss richtete Rhein einen Dank an die Waldbesitzer: Hessen solle "Wald-Land Nummer Eins" bleiben - dafür brauche das Land ihr Engagement und die Zusammenarbeit auf Augenhöhe. (mis) +++

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