Wer zu Beginn des Hessentags an der Rückseite des Deutschen Feuerwehrmuseums in der St.-Laurentius-Straße vorbeikam, erlebte Kunst im Entstehen: Die Frankfurter Street-Art-Künstlerin Hera gestaltete von Freitag bis Montag live ein großformatiges Mural - direkt am Skatepark - und zog damit die zahlreichen Besucher in ihren Bann.
"Wenn ich nicht so viel quatschen würde, hätte ich es wahrscheinlich auch in zwei Tagen geschafft", sagt Hera im OSTHESSEN|NEWS-Interview und lacht. Doch Gespräche und Austausch seien hier Teil des Jobs. Nicht nur soll sie der kargen Backsteinwand Leben einhauchen, sondern auch die Menschen für Kunst begeistern.
"Wenn ich nicht so viel quatschen würde, hätte ich es wahrscheinlich auch in zwei Tagen geschafft", sagt Hera im OSTHESSEN|NEWS-Interview und lacht. Doch Gespräche und Austausch seien hier Teil des Jobs. Nicht nur soll sie der kargen Backsteinwand Leben einhauchen, sondern auch die Menschen für Kunst begeistern.

Wer zu Beginn des Hessentags an der Rückseite des Deutschen Feuerwehrm…





Das Motiv sei eine bewusste Mischung. "Zum einen unser hessisches Wappentier, der Löwe. Dann die Tatsache, dass wir an einem Feuerwehrmuseum sind. Und gerade habe ich noch ein paar skatende rollerfahrende Mäuschen gemalt, damit die Kinder sich hier auch ein bisschen wiederfinden." Denn die sollen die eigentliche Zielgruppe sein - wenn der Skatepark direkt daneben genutzt wird, ist das Bild täglich vor ihren Augen.
37 Länder, nächste Woche Laos
Hera - bürgerlicher Name Jasmin Siddiqui, aufgewachsen in Frankfurt - gehört zu den bekanntesten Street-Art-Künstlerinnen weltweit. Ihre Werke findet man in 37 Ländern, die USA bereist sie regelmäßig. Ende des Jahres malt sie in einem Museum auf Hawaii, nächste Woche geht es nach Laos und Frankreich. In Paris läuft derzeit eine Ausstellung, in der sie vertreten ist.
Die Frankfurter Street-Art-Künstlerin Hera gestaltete von Freitag bis…
Dabei sei ihr der öffentliche Raum am wichtigsten: "Man findet mich auf Busrouten, an irgendeiner Hauswand. Und wenn die Fulda-Kinder vielleicht mal in Berlin sind - da gibt es auch ein paar große Wände von mir -, dann sagen sie: Ach ja, krass, guck mal, die hat da auch gemalt."
Grau war gestern
Ihren Anfang nahm Heras Leidenschaft für die Straßen-Kunst im Frankfurt der 80er Jahre. "Frankfurt war sehr grau. Und deshalb hat mich als Kind das Graffiti angesprochen. Das war für mich das einzige Zeichen von kreativem Ausdruck - und tatsächlich auch von Poesie."


Hera - bürgerlicher Name Jasmin Siddiqui, aufgewachsen in Frankfurt -…



Ihr Stil heute: eine Mischung aus Schrift und dem, was sie "liebliche Figuren" nennt - fast wie Kinderbuchillustrationen. "Das gefällt sogar den Älteren, weil sie dann anfangen darüber nachzudenken, was es bedeutet. Vielleicht gefällt es einem gar nicht - aber überhaupt darüber nachzudenken: Gefällt mir das? Das ist schon mehr Hirnleistung, als wenn da nichts an der Wand wäre."
Klares Lob für das Familienland
Vom Hessentag selbst zeigte sich Hera begeistert - besonders vom Familienland. "Ich würde allen Familien mit Kindern raten, herzukommen. Ich bin so neidisch, was den Kindern hier geboten wird." Besonders das Mitmach-Angebot habe sie überzeugt. Und dass alles kostenlos ist: "Sonst geben die Leute massig Geld in Themenparks aus. Hier ist gerade alles im Angebot."


Selber machen statt nur konsumieren
Nicht wenige Besucher kamen auf Hera zu und fragten, was ein Mural an der eigenen Hauswand kosten würde. "Das hängt von so vielen Faktoren ab - Größe, Motivwunsch, Artist", erklärte sie. Günstigere Wege gebe es aber auch: Schablonen, Sprühdosen, Workshops. "Ich hoffe, dass die Leute das hier nicht nur konsumieren, sondern als Anregung sehen, mal selbst die Finger dreckig zu machen."Alle Infos rund um das Landesfest gibt es auf hessentag-fulda.de oder auf unserer Sonderseite - immer aktuell. (mmb) +++
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