
Herzlich wurde der Minister begrüßt


Kulturminister Timon Gremmels (mittig)
Ein Blick in die Geschichte - von Parallelen und Unterschieden
Nach dem Rundgang zeigte sich Gremmels beeindruckt. "Die Ausstellung zeigt Landesgeschichte gegenübergestellt zur Fuldaer Geschichte - man sieht viele Parallelen, aber auch ein paar kleine Unterschiede", so der Minister. Das Vonderau Museum sei das größte zwischen Frankfurt und Kassel. Der Hessentag biete nun die Chance, ein breiteres Publikum darauf aufmerksam zu machen: "Ich wünsche mir sehr, dass auch nach dem Hessentag viele Menschen vorbeikommen und sich die Zeit nehmen, dieses tolle Museum zu besichtigen."
Die Ausstellung wurde kuratiert von Jonathan Vieth



OB Heiko Wingenfeld zeigte sich begeistert über den Besuch


"Das freut einen Kulturminister sehr"
Auch die Arbeit des Fördervereins hob Gremmels ausdrücklich hervor: "Insbesondere der Freundeskreis macht hier eine wichtige Arbeit - und das freut einen Kulturminister sehr." OB Dr. Wingenfeld hatte die Schau bereits zur Eröffnung Anfang Juni als Gemeinschaftswerk gewürdigt, wie es sich für ein Landesfest gehöre. Hessen sei eben "keine Gebietskulisse mit einer über Jahrhunderte einheitlichen Kultur" - umso bedeutsamer sei es, Geschichte erlebbar zu machen.Im Podcast: Klare Worte zur Kulturfinanzierung
Beim Besuch gab Gremmels im Vonderau Museum auch ein Podcast-Interview - und bezog dabei deutlich Position. Der Minister, seit zweieinhalb Jahren im Amt, arbeite derzeit an der Aufstellung des Haushalts 2027 mit dem Ziel, den Kulturetat auch künftig von Kürzungen auszunehmen: "Gerade in Zeiten, wo die Welt aus den Fugen gerät, ist es wichtig, dass wir unsere Herkunft, Wurzeln, ja, unsere kulturelle Identität wahren und bewahren." Leider werde bei knappen Haushalten häufig als erstes im Kulturetat gespart. "Dies halte ich für falsch und versuche, dagegen anzuarbeiten." Erschwerend komme hinzu, dass selbst gleichbleibende Etats angesichts der Kostensteigerungen faktisch bereits Kürzungen bedeuteten. Den nachvollziehbaren Wunsch nach einer institutionellen, verlässlichen Grundförderung für Kommunal- und Regionalmuseen wie das Vonderau Museum verwies Gremmels auf die bestehende Projektförderung über den Hessischen Museumsverband - etwa für Ausstellungen, Museumskonzeptionen oder Digitalisierung. Hinzu komme der kommunale Finanzausgleich, über den das Land die Kommunen auch für ihre Kultur- und Museumsarbeit unterstütze. Beim Bundesbeschluss zum Sondervermögen hätten die Länder-Kulturminister über Parteigrenzen hinweg darum gebeten, auch Kulturbauten einzubeziehen. "Leider hatte der Sport da offenbar eine größere Lobby", bedauerte Gremmels. Gerade für die energetische Sanierung von Museen wäre das eine wichtige Chance gewesen - die fehlende Mehrheit im Deutschen Bundestag stimme ihn nachdenklich.


Hausstiftung: "Kostendeckend oder gar nicht"
Ein weiteres vieldiskutiertes Thema: das Angebot des landgräflichen Hauses Hessen, die gesamte Hessische Hausstiftung mit ihren Schlössern - darunter Schloss Fasanerie bei Fulda -, Parks und Kunstsammlungen in staatliche Trägerschaft zu übergeben. Man sei in guten Gesprächen, so Gremmels, doch dämpfte er zugleich allzu große Erwartungen: "Ich kann mir in der heutigen Zeit nicht vorstellen, dass wir dort in größerem Umfang Geld investieren." Eine Übernahme müsse kostendeckend gestaltet sein. "Wir haben einen Dialog- und Verhandlungsprozess, der ergebnisoffen läuft." Auch das geplante gemeinsame Museum für den Deutschen Feuerwehrverband und das Technische Hilfswerk - ein Umbau des bestehenden Fuldaer Feuerwehr-Museums - sprach der Minister an. Drittmittel-Akquise sei dabei ein "wichtiges, aber auch schwieriges Thema", das Zeit brauche. Würden Bundesmittel bewilligt, müsse innerhalb von fünf Jahren ein wesentlicher Schritt in Richtung Realisierung nachgewiesen werden - sonst verfielen die Mittel.500 Euro für den Förderverein
Zum Abschluss seines Besuchs unterstrich Gremmels sein Bekenntnis zur Kulturarbeit im ländlichen Raum mit einer konkreten Geste: Er überreichte den "Freunden des Museums Fulda e.V." einen Förderbescheid in Höhe von 500 Euro. Kultur im ländlichen Raum sei identitätsstiftend und müsse weiterhin verstärkt gefördert werden. Das vollständige Gespräch im Rahmen des Podcast-Formats "Museumsfre(n)de" ist ab sofort auf Spotify, Amazon Music, Apple Podcast und RTL+ abrufbar. Die Ausstellung ist noch bis zum Ende des Hessentags kostenfrei zugänglich und befindet sich direkt im Umfeld der Hessentagsstraße - ein Abstecher, der sich lohnt. (mmb)Weitere Bilder





Dr. Frank Verse, Leiter des Vonderau Museums





Fotos: HMWK














































































