Kinderrechte entdecken, erleben und verstehen: Mitten in der Fuldaaue ist am Freitag ein neues Angebot entstanden, das zwar zum Hessentag eröffnet wurde, aber weit über das Landesfest hinaus Bestand haben soll. Bürgermeister Dag Wehner (CDU) eröffnete gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern den neuen "Pfad der Kinderrechte", der auf rund 550 Metern Länge wichtige Rechte von Kindern und Jugendlichen sichtbar macht.
Acht Stationen informieren entlang des Weges über unterschiedliche Kinderrechte. Über QR-Codes können Besucher zusätzliche digitale Inhalte abrufen. Familien, Schulklassen und Hessentagsgäste sind eingeladen, sich spielerisch und interaktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Acht Stationen informieren entlang des Weges über unterschiedliche Kinderrechte. Über QR-Codes können Besucher zusätzliche digitale Inhalte abrufen. Familien, Schulklassen und Hessentagsgäste sind eingeladen, sich spielerisch und interaktiv mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Am Freitag wurde im Zuge des Hessentages der "Pfad der Kinderrechte" e…

Anja Roßmann, 1. Vorsitzende vom Kinderschutzbund Fulda.

Idee kam aus Österreich
Ganz neu ist die Idee nicht. Wie der Fuldaer Bürgermeister bei der Eröffnung berichtete, entstand der Impuls bereits vor einiger Zeit nach einem Besuch im österreichischen Graz. "Wir haben darüber nachgedacht, wo sich das Ganze in Fulda verwirklichen ließe, um das Thema Kinderrechte nochmals in unserer Stadt besser sichtbar zu machen", erklärte Wehner. Gemeinsam mit dem Kinderschutzbund, der Kinder-Akademie Fulda und dem Jugendbildungswerk Fulda wurde das Projekt dann angepackt. Gerade in den kommenden Tagen des Hessentags hätten Tausende Besucher die Möglichkeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen.

Dag Wehner (CDU), Bürgermeister von Fulda.


Silivia Bünnel, Geschäftsführerin der Kinderakademie Fulda.



"Kinder sind keine kleinen Erwachsenen"
Warum Kinder überhaupt eigene Rechte benötigen, erklärte Anja Roßmann vom Kinderschutzbund Fulda in ihrer Ansprache. "Kinder sind keine kleinen Erwachsenen", betonte sie. Deshalb bräuchten sie besondere Schutzrechte, aber auch Förder- und Beteiligungsrechte. Kinder müssten die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse einzubringen und bei Entscheidungen gehört zu werden.
Doch Gesetze allein seien nicht ausreichend, so Roßmann: "Papier ist geduldig. Wenn das nur in Gesetzestexten steht, nützt das den Kindern nichts." Genau deshalb sei der neue Pfad geschaffen worden - um Kinderrechte sichtbar und erlebbar zu machen.
Doch Gesetze allein seien nicht ausreichend, so Roßmann: "Papier ist geduldig. Wenn das nur in Gesetzestexten steht, nützt das den Kindern nichts." Genau deshalb sei der neue Pfad geschaffen worden - um Kinderrechte sichtbar und erlebbar zu machen.



Kinder erklären Kindern ihre Rechte
Besonders wichtig war den Verantwortlichen, dass die Informationen nicht nur von Erwachsenen vermittelt werden. Wer an den Stationen die QR-Codes scannt, landet auf digitalen Angeboten, bei denen Kinder die Kinderrechte für Kinder erklären. Bereits während des Hessentags werden Führungen für Schulklassen angeboten. Das Interesse ist groß: Viele Termine waren schon vor der Eröffnung ausgebucht.
Auch die Kinder-Akademie Fulda sieht in dem Projekt eine besondere Chance. Geschäftsführerin Silvia Bünnel erklärte, dass Kinderrechte oft kompliziert und abstrakt wirkten. "Der einfachste Weg ist immer, dass wir Kinder für etwas begeistern", sagte sie. Das gelinge am besten spielerisch, interaktiv und mit eigenen Erfahrungen. Deshalb sollen auf dem Pfad nicht fertige Antworten präsentiert werden. Stattdessen werden Fragen gestellt: Haben alle Kinder die gleichen Rechte? Darf jemand mein Tagebuch lesen? Warum ist Privatsphäre wichtig? "Wir erklären ihnen nicht die Welt, sondern wir lassen sie Fragen stellen und eigene Antworten finden", so Bünnel.
Der neue Pfad der Kinderrechte ist ausdrücklich nicht als temporäre Hessentagsattraktion gedacht. Die Stationen bleiben dauerhaft in der Fulda-Aue erhalten. Auch nach dem Landesfest sollen Führungen, Workshops und Bildungsangebote für Schulklassen, Jugendgruppen und Familien stattfinden. (ems) +++
Der neue Pfad der Kinderrechte ist ausdrücklich nicht als temporäre Hessentagsattraktion gedacht. Die Stationen bleiben dauerhaft in der Fulda-Aue erhalten. Auch nach dem Landesfest sollen Führungen, Workshops und Bildungsangebote für Schulklassen, Jugendgruppen und Familien stattfinden. (ems) +++
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