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Erster Hessentag im Juli 1961: Das Fest übertraf alle Erwartungen

Ministerpräsident Georg August Zinn (links) und der Alsfelder Bürgermeister Georg Kratz treffen zum Auftakt des 1. Hessentages auf dem Marktplatz ein (aus der Chronik des 1. Hessentages) | Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv


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Idee von Ministerpräsident Zinn

Erster Hessentag im Juli 1961: Das Fest übertraf alle Erwartungen

65 Jahre ist es jetzt her, dass der allererste Hessentag gefeiert wurde – und zwar in der schönen Fachwerkstadt Alsfeld. Der damalige hessische Ministerpräsident Georg-August Zinn (1901 bis 1976) regierte ein noch junges Bundesland, denn Hessen wurde erst nach Ende des Zweiten Weltkriegs von der amerikanischen Besatzung als Groß-Hessen gegründet. Die Idee des Sozialdemokraten, künftig einmal im Jahr mit allen Landesbewohnern gemeinsam ein großes Fest zu feiern, hatte den Hintergrund, dass er damit die große Zahl an Flüchtlingen und Heimatvertriebenen integrieren und eine Landesidentität stiften wollte, denn daran mangelte es in dem neuen Bundesland noch.

Der erste Hessentag wurde also von der neuen Landesregierung in Wiesbaden geplant und fand dann an drei Tagen vom 30. Juni bis zum 2. Juli 1961 in Alsfeld statt. Immerhin über 40.000 Besucher lockte das nagelneue Fest damals nach Oberhessen. Viele Jugendgruppen aus dem ganzen Land wurden in einem großen Zeltlager von der Bundeswehr, dem Bundesgrenzschutz und dem DRK betreut und verpflegt.

An allen drei Tagen wurden Trachtentänze, große Sportwettkämpfe und Dauerausstellungen geboten. Bei strahlendem Sommerwetter krönte der Festumzug mit hundert Motivwagen, Trachten- und Musikgruppen die ereignisreiche Veranstaltung, die von da ab bis heute jährlich stattfinden sollte. Über 9.000 Personen nahmen am Festzug teil. Der erste Hessentag übertraf alle Erwartungen und war insgesamt so erfolgreich, dass sich schon während des Festes mehrere hessische Städte als Nachfolge-Ausrichter für das nächste Hessenfest bewarben. Den Zuschlag für den zweiten Hessentag bekam Michelstadt im Odenwald.

"Hesse ist, wer Hesse sein will"

Das folgende Zitat des damaligen Ministerpräsidenten zeigt anschaulich, welche hohe Bedeutung der Hessentag für die Landesregierung hatte. "Wir alle wissen, wie schwer der Verlust der Heimat ist, und empfinden deshalb mit unseren Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, die hier bei uns in Hessen ein neues Zuhause fanden, das für sie zur neuen, zweiten Heimat wurde. Deshalb habe ich in dieser Stunde den Wunsch, dass der Hessentag zu einer neuen, lebendigen Tradition unseres Landes werden möge. Nichts, glaube ich, ist gegenwärtig in der Zerrissenheit und Unruhe in der Welt wichtiger, als sich einen Standort zu suchen. Dieser Standort kann nur die engere Heimat sein, die für uns Hessen heißt; Hessen heißt für alle, die hier leben, denn Hesse ist, wer Hesse sein will", erklärte Zinn nicht ohne Pathos und betonte, der Geist der Freiheit, der Toleranz und des echten Staatsbewusstseins solle so gepflegt werden.

https://www.ardmediathek.de/video/hr-retro-oder-hessenschau/erster-hessentag-in-alsfeld/hr/Y3JpZDovL2hyLW9ubGluZS8xMzc4ODU (Carla Ihle-Becker) +++

Weitere Bilder

"Das bedeutendste Fest, das jemals in Alsfeld gefeiert wurde", heißt es in dem wunderbaren Beitrag des HR vom 3. Juli 1961 | Alle Fotos: hr Retro

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 | Quelle: Hessisches Hauptstaatsarchiv

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