Durch die neue Radbrücke und ihre Anbindung an die in der Fulda-Aue gebündelt verlaufenden hessischen Fernradwege R1, R2 und R3 ist es künftig möglich, die unterschiedlichen Verkehrsströme besser zu trennen und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen: Im kompletten Abschnitt zwischen der Wiesenmühle und der Hornungsbrücke gibt es nun separate Wege für Menschen, die gemütlich zu Fuß unterwegs sind, und für solche, die mit dem Rad oder Inline-Skatern schneller fahren möchten. In der Vergangenheit gab es auf der stark frequentierten Strecke oft Kollisionen und Beinahe-Unfälle. Insbesondere die rund 25 Jahre alte Holzbrücke südlich der Bardostraße, die zur ersten Fuldaer Landesgartenschau 1994 entstanden war, erwies sich mit ihrer rechtwinkligen Verkehrsführung als Nadelöhr und Gefahrenpunkt. Künftig soll die Holzbrücke Fußgängerinnen und Fußgängern vorbehalten sein, während die neue Radbrücke Rosenau für alle gedacht ist, die auf Rädern und Rollen unterwegs sind.
Filigrane, ressourcensparende Brücke

Erste Nutzer: Schon vor der technischen Freigabe der Brücke wurde diese bereits eifrig ausprobiert.

Bei der technischen Freigabe der Brücke (von links): Steffen Landsiedel (Amtsleiter Tiefbauamt der Stadt Fulda), Andreas Hoier (Projektleiter bei der Werner Sobek AG), Veit Küllmer (Geschäftsführer Küllmer Straßenbau), Daniel Schreiner (Stadtbaurat), Werner Cress (Projektleiter im Tiefbauamt der Stadt Fulda) und Arnd Brüßler (Prokurist Firma Laudemann).

Der elegant geschwungene Handlauf ist aus Holz gearbeitet, das sich im Laufe der Zeit durch die Verwitterung farblich an die Gehölze der Umgebung anpassen wird.
Die Gesamtlänge der Brücke beträgt rund 85 Meter, davon entfallen 45 Meter auf die eigentliche Fuldaquerung und beiderseits jeweils 20 Meter auf die sogenannten Vorlandbrücken. Die gut vier Meter breite Fahrbahnplatte, aus einer dünnen Betondecke bestehend, spannt zwischen den Stahlträgern, die Fahrbahnen der Hauptbrücke und der beiden Vorlandbrücken sind fugenlos miteinander verbunden. Unter dem Handlauf der Brücke wird in Kürze noch ein schmales LED-Band eingelassen. Durch die optimale Ausrichtung der blendfreien Beleuchtung wird die Lichtemission auf ein Minimum reduziert, welches mit dem Beleuchtungskonzept der "Sternenstadt" Fulda konform ist und die Flora und Fauna der Auenwiesen schützt.
Großes Lob für Unternehmen
Großes Lob gab es vom Stadtbaurat auch für die engagierten Mitarbeiter im Tiefbauamt sowie für die übrigen an dem Projekt beteiligten Unternehmen: Die Firma Laudemann aus Sontra als Hauptauftragnehmer (Gründung und Betonarbeiten) sowie die Stahlbauexperten der Firma Rädlinger aus Cham hätten ebenso fristgerecht und solide gearbeitet wie die Firma Schramm (Petersberg-Böckels) bei den filigran geschwungenen Handläufen aus Holz oder die Firma Küllmer aus Fulda beim Radwegbau in der Fulda-Aue und der Anbindung der Brücke. Veit Küllmer (Geschäftsführer Küllmer Straßenbau) und Arnd Brüßler (Prokurist Firma Laudemann) gaben das Lob zurück und betonten die reibungslose Zusammenarbeit bei dem Vorzeigeprojekt – trotz des knapp gesteckten Zeitplans und einer reinen Bauzeit von nur 13 Monaten.
"Wir wollten zum Hessentag fertig sein – das hätten wir geschafft", sagte Stadtbaurat Schreiner mit Blick auf das von Ende Mai 2021 geplante hessische Landesfest, das im Januar angesichts der Pandemielage abgesagt werden musste. Die Stadt Fulda profitiert gleichwohl von den Hessentagsprojekten, zu denen auch die Radbrücke Rosenau und die Neugestaltung der Radwege gehörte. Das insgesamt mit rund drei Millionen Euro kalkulierte Gesamtprojekt wurde vom Land Hessen mit rund zwei Millionen Euro aus Mitteln zur Förderung der Nahmobilität gefördert. Den entsprechenden Förderbescheid hatte Verkehrsminister Tarek Al-Wazir Anfang August 2020 in Fulda übergeben – nur wenige Tage, bevor in einer spektakulären Aktion die tonnenschweren Hauptträger der neuen Radbrücke eingehoben wurden. (pm) +++









